Das Sommerkino kehrt nach Palma zurück: Filme unter freiem Himmel
Es liegt etwas zutiefst Gemeinschaftliches darin, neben einem Fremden zu sitzen und im selben Moment dieselbe Geschichte zu betrachten. Bevor sich das Kino ins Wohnzimmer zurückzog – bevor es das Wohnzimmer, wie wir es heute verstehen, überhaupt gab –, war genau das seine Essenz: ein Platz, eine Leinwand und eine Menge Menschen, die für einen Abend aufhörten, Nachbarn, Touristen oder Anwohner zu sein, und einfach zu Publikum wurden. Palma belebt diese fast urtümliche Geste jeden Sommer neu, auf seinen eigenen Plätzen, unter seinem eigenen Himmel.
Jahrhundertelang war der Platz, nicht das Wohnzimmer, die eigentliche Bühne der Volkskultur. Vom griechischen Theater bis zu den umherziehenden Vorstellungen, die einst die Städte des Mittelmeerraums durchzogen, war gemeinsames Zuschauen – gemeinsam lachen, gemeinsam den Atem anhalten – stets ein Akt, der jene, die ihn teilten, zumindest für einen Moment gleichstellte. Das heimische Streaming hat bei aller Bequemlichkeit diese kollektive Dimension des Erzählens zunehmend aufgelöst: Heute lassen sich tausend Filme ansehen, ohne mit jemandem ein Wort zu wechseln. Das Sommerkino ist in diesem Sinne ein kleiner Akt kultureller Widerständigkeit – eine Einladung, das Haus zu verlassen, sich einen physischen Raum mit Fremden zu teilen und neu zu entdecken, dass sich eine Geschichte anders anfühlt, wenn Dutzende Menschen sie im selben Moment aufnehmen wie man selbst.
Die diesjährige Ausgabe heißt Cinema a la Fresca und verwandelt den Parc de les Estacions sowie die Plaça de Francesc Garcia i Orell in eine zeitgenössische Agora. Vom 3. August bis 2. September, jeden Montag, Dienstag und Mittwoch um 21 Uhr, bringen mehr als dreißig kostenlose Vorführungen – Kinohits, Klassiker des balearischen Films sowie Filme auf Katalanisch, Spanisch und im Original – jene zusammen, die das ganze Jahr über in der Stadt leben, mit jenen, die nur für ein paar Tage zu Gast sind. Weder Tickets noch Reservierung sind nötig: Einfach hingehen, sich zwischen anderen Körpern und Blicken ins Gras setzen und den Abend geschehen lassen.
Wer eine dieser Vorführungen schon einmal erlebt hat, weiß, dass der eigentliche Moment beginnt, noch bevor die Leinwand aufleuchtet: der vom Tag noch warme Asphalt, die Gespräche, die leiser werden, je näher die Stunde rückt, die erwartungsvolle Stille kurz bevor die ersten Bilder erscheinen. Und dann jenes gemeinsame Lachen, das gleichzeitig aus Dutzenden Kehlen bricht, jenes gemeinsame Luftanhalten bei einer spannungsgeladenen Szene, jene besondere Art, sich in Gesellschaft von Menschen berühren zu lassen, die wenige Minuten zuvor noch völlig fremd waren.
Im diesjährigen Programm steckt eine besonders stille Bedeutung: zwei Perlen des Stummfilms, Das Cabinet des Dr. Caligari, ein Gründungswerk des deutschen Expressionismus, und Der General, Buster Keatons Meisterwerk, das sein hundertjähriges Jubiläum feiert. Zu diesen Filmen zurückzukehren bedeutet, zum eigentlichen Ursprung des Kinos als kollektive Erfahrung zurückzukehren – zu einer Zeit, in der Filme noch keinen aufgezeichneten Ton hatten und vollständig von der lebendigen Reaktion des anwesenden Publikums abhingen, um Bedeutung zu gewinnen. Sie heute unter freiem Himmel zu sehen, ist zugleich eine Art, diesen gemeinsamen Ursprung der siebten Kunst zu ehren.
Die Stadt vervielfacht diese kulturellen Gesten während des ganzen Sommers: Der Konzertzyklus Nits a Bellver, der bis Ende August läuft, füllt das Castell de Bellver mit demselben Impuls, Menschen um etwas Gemeinsames zu versammeln. Kino, Musik, volle Plätze – Kultur, so verstanden, ist kein bloßer Zeitvertreib, sondern das unsichtbare Band, das aus einer Stadt für eine Nacht eine Gemeinschaft macht und jene, die schon immer hier leben, mit jenen, die nur zu Besuch sind, in dieselbe Geschichte verwebt.
Wer im Viertel La Calatrava wohnt, nur einen kurzen Spaziergang vom Park entfernt, kann diese Erfahrung in Ruhe erleben: früh zu Abend essen, zur Vorführung schlendern, zwei Stunden lang Teil jenes flüchtigen Publikums werden, das Palma jeden Sommer versammelt, und den Abend im Es Princep Rooftop ausklingen lassen, wo die Stadtmauer und die Bucht eine andere Form gemeinsamer Betrachtung bieten – diesmal in Stille, mit Blick aufs Meer.