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Enoturismo urbano: vinotecas y el vino mallorquín sin salir de Palma
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Enoturismo urbano: vinotecas y el vino mallorquín sin salir de Palma

Geschrieben von Es Princep / Juli 24, 2026

Ende des 19. Jahrhunderts, als die Reblaus einen Großteil der französischen Weinberge vernichtete, erlebte Mallorca sein eigenes goldenes Weinzeitalter: Die Insel exportierte, was der Kontinent nicht mehr produzieren konnte. Fogoneu, heute eine fast schon seltene Rebsorte, war damals die meistgepflanzte Traube der Insel. Dieses Auf und Ab — von der Fülle zur Vernachlässigung und, in den letzten drei Jahrzehnten, zu einer stillen Wiederbelebung durch eine neue Generation von Weingütern — erklärt, warum man heute echten Weintourismus erleben kann, ohne Palma zu verlassen. Weder ein Mietwagen noch eine Fahrt über die Serra de Tramuntana sind nötig: Mallorquinischer Wein wird in der Altstadt und den umliegenden Vierteln verkostet, gekauft und diskutiert.

Zwei Ursprungsbezeichnungen auf einer kleinen Insel

Mallorca vereint zwei Ursprungsbezeichnungen — Binissalem, 1991 anerkannt und um die einheimische Rebsorte Manto Negro aufgebaut, sowie Pla i Llevant, 1999 im Osten der Insel gegründet und mit den Sorten Callet und Fogoneu verbunden — sowie die geschützte geografische Angabe Vi de la Terra de Mallorca, die den Erzeugern mehr Freiheit beim Verschneiden lokaler und internationaler Sorten lässt. Das mediterrane Klima, die Kalksteinböden und die Nähe zum Meer erklären die Nuancen, die von den strukturierten Rotweinen aus Binissalem bis zu den salzigeren Weißweinen aus Pla i Llevant reichen. Wer tiefer in einzelne Etiketten und die dahinterstehenden Weingüter eintauchen möchte, findet dies in unserem Beitrag über die besten Weine Mallorcas; hier geht es darum, wo man sie trinkt, ohne die Stadt zu verlassen.

Das Call: zwischen Schallplatten und Naturwein

Im ehemaligen jüdischen Viertel, mit zwei Eingängen über die Carrer de l'Argenteria und die Carrer de Vidrieria, verbindet La Viniloteca eine Auswahl an Natur-, Bio- und biodynamischen Weinen — darunter kleine mallorquinische Erzeuger — mit einem Plattenladen und einer münzbetriebenen Musikbox, die noch immer läuft. Ein ungewöhnliches Format, ganz im Stil dieses Palma, das Retro und Gegenwart mischt, nur einen kurzen Spaziergang von der Plaça Major entfernt.

Santa Catalina und der Naturwein

Etwas weiter von der historischen Altstadt entfernt, im Viertel Santa Catalina, eröffnete Bar La Sang 2019 als kleiner Eckladen und hat sich seither zu einer internationalen Referenz für Naturwein auf der Insel entwickelt: Magazine wie Monocle und die T Magazine der New York Times haben ausführlich darüber berichtet. Die Familie Lundgren, die die Bar führt, kuratiert eine sich häufig ändernde Weinkarte, die mit kleinen Sharing-Gerichten kombiniert wird, die den Wein begleiten, statt ihm Konkurrenz zu machen.

Sa Llotja und der Born: die Bodega von früher

Unweit des Passeig des Born, in der Carrer de Sant Feliu, steht Bodega Ca'n Rigo für die andere Seite des urbanen Weintourismus: ein Lokal mit jahrzehntelanger Geschichte, bis zur Decke gestapelten Flaschen und einer Karte, die nicht zwischen dem beliebtesten Wein und dem gewagtesten mallorquinischen Naturwein unterscheidet. Geöffnet von Montag bis Freitag — die Öffnungszeiten sollten vor einem Wochenendbesuch geprüft werden.

Lernen, bevor man entkorkt

Wer lieber mit der Theorie beginnt, findet bei La Vinoteca nahe der Plaça d'Espanya seit drei Jahrzehnten geführte Verkostungen mit Weingütern aus ganz Spanien — darunter auch Termine, die ausschließlich mallorquinischen Erzeugern gewidmet sind — sowie fachkundige Beratung für alle, die eine bestimmte Flasche mit nach Hause nehmen möchten.

Die Route fortsetzen

Wer die Erfahrung anschließend außerhalb der Stadt vervollständigen möchte, findet in unserem Beitrag über Mallorcas Weingüter die passende Fortsetzung. Und um eine dieser Flaschen mit etwas Herzhaftem zu begleiten, ist unser Überblick über die besten Tapas-Restaurants Palmas — einschließlich des Rooftops von Es Princep — die natürliche Ergänzung zu dieser Route.

So oder so bleibt die Lehre dieselbe wie im 19. Jahrhundert: Man muss nicht weit reisen, um den Wein dieser Insel zu verstehen. Manchmal reichen zwei oder drei Straßen der Altstadt.

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