Express Buchung
Thermal Bad und Aromatherapie
Handwerk, das überdauert: Kunsthandwerkstätten im Herzen von Palma
ES PRINCEP

Handwerk, das überdauert: Kunsthandwerkstätten im Herzen von Palma

Geschrieben von Es Princep / Juli 16, 2026

Palma wurde Straße für Straße, Handwerk für Handwerk erbaut. Lange bevor die Stadt vom Tourismus lebte, lebte sie von den Händen ihrer Bewohner: von denen, die Leder gerbten, Weiden flochten, Fäden stickten oder Ton formten. Diese Handwerke gaben ganzen Straßen der Altstadt ihren Namen – Sa Calatrava selbst wuchs im Schatten der Dalt Murada als Gerberviertel heran – und allen Widrigkeiten zum Trotz haben einige dieser Werkstätten bis heute überlebt, mit denselben Familien, die seit Generationen jeden Morgen ihre Rollläden hochziehen.

Wer heute durch diese Gassen geht, um sie zu suchen, entdeckt die Stadt auf andere Weise: langsamer, ehrlicher, fernab der immer gleichen Schaufenster jeder europäischen Altstadt. Wer bereits Palmas Märkte erkundet hat, um die Stadt auf Stadtteilebene zu erleben, findet in dieser Route die natürliche Fortsetzung: die Stadt, die mit den Händen entsteht.

La Guilda: Keramik im alten Gerberviertel

Mitten in Sa Calatrava, in der schmalen Carrer de la Torre de l'Amor – einer Gasse, die noch dem Grundriss des alten jüdischen Viertels folgt – leiten Elisa Braem und Julio Varela La Guilda, eine Keramikschule und -werkstatt, deren Atelier für jeden Besucher einsehbar ist. Es ist kein gewöhnliches Geschäft, sondern eine lebendige Werkstatt mit drehender Töpferscheibe und trocknenden Stücken in den Regalen, die zugleich als Concept Store dient. Man kann eine Einzelstunde besuchen, sich für einen Kurs anmelden oder einfach zusehen, wie der Ton wenige Meter von der Stelle Form annimmt, an der früher Leder verarbeitet wurde. Wer sich für mallorquinische Keramik interessiert, sollte auch unseren Beitrag über die Siurells, weit mehr als nur Keramikfiguren, nicht verpassen.

Sombrerería Casa Juliá, Hüte seit 1898

Nur einen kurzen Spaziergang entfernt, in der Carrer del Sindicat – früher als Sa Capelleria bekannt, wegen der vielen dort ansässigen Hutmacherwerkstätten – behauptet sich Casa Juliá. 1898 von Francesc Julià gegründet, wird das Geschäft heute von der vierten Generation der Familie geführt, Daniel und Silvia Estela. 1903 erhielt es bei der Balearen-Ausstellung die Silbermedaille für die Qualität seiner Hüte, überstand die Schließung der Fabrik in der Nachkriegszeit und stellte 1992 sogar die Herstellung des traditionellen mallorquinischen Strohhuts wieder her. Hüte, Fächer, Handschuhe und Regenschirme teilen sich heute einen Raum, in dem die Zeit buchstäblich langsamer zu vergehen scheint.

Mimbrería Vidal, das Handwerk der Carrer de Cordería

Der Straßenname kommt nicht von ungefähr: Im 16. Jahrhundert gab es in der Carrer de Cordería mehr als sechzehn Werkstätten, die sich der Verarbeitung von Pflanzenfasern widmeten. Heute ist nur noch eine übrig, Mimbrería Vidal, seit siebzig Jahren in den Händen der Familie Vidal. Tomás Vidal, dritte Generation, verarbeitet weiterhin Weide, Zwergpalme und Espartogras zu Körben, Taschen und Hüten – so, wie es schon immer gemacht wurde: von Hand und mit Geduld. Es ist zugleich eines jener Handwerke, die offen mit ihrer eigenen Verletzlichkeit umgehen: Ohne gesicherte Nachfolge wird jeder Besuch auch zu einem kleinen Akt der Erinnerung.

Bordados Valldemosa, die letzte Stickerei Palmas

In der Carrer de Sant Miquel, mittlerweile umgeben von Filialketten, überlebt das einzige noch bestehende traditionelle Stickereigeschäft der Stadt. Die Familie Binimelis eröffnete es 1968, um die Handarbeiten der Hausherrin zu verkaufen; später fuhr Joan Binimelis mit seiner Vespa über die Insel, um Tischwäsche an Hotels zu verkaufen. Das Schaufenster, seit der Eröffnung kaum verändert, zeigt bis heute mallorquinische Stickerei, Häkelarbeiten und den beliebten Stoff roba de llengües, verarbeitet zu Kissen, Taschen und Geldbeuteln.

Ein Spaziergang, der im Es Princep beginnt

Diese vier Werkstätten lassen sich in aller Ruhe an einem einzigen Vormittag vom Hotel aus zu Fuß erreichen: Man muss nur die Stadtmauer überqueren und sich in Sa Calatrava und den umliegenden Gassen der Altstadt verlieren. Es ist eine jener Routen, die in keinem gewöhnlichen Reiseführer stehen – und die dennoch besser als jede andere erklärt, warum Palma trotz allem eine Stadt mit Handwerk geblieben ist. Und wenn die Mittagshitze zu drückend wird, lässt sich der Vormittag stets mit Aussicht von unserem Rooftop ausklingen.

Blog

628 33 85 79